Gut vorbereitet in den Lockdown: Zoom, Microsoft Teams oder Google Meet?

Im Home Office sind digitale Tools das A und O für effiziente Arbeitsabläufe. Im Bereich der Video-Chat-Software haben sich vor allem Zoom, Microsoft Teams und Google Meet als die Platzhirsche etabliert. Doch wo liegen die Unterschiede?

Die Bundesregierung will den Lockdown jetzt wieder verschärfen. Für Sie und Ihre Belegschaft heißt das unter Umständen wieder Home Office. Mittlerweile ist das ja nichts mehr Neues, man hat sich schon fast daran gewöhnt. Besonders für Führungskräfte ist die Distanz zu ihren Mitarbeitern aber auch eine Herausforderung: Wer dezentrale Teams koordiniert, braucht exzellente Kommunikationsfähigkeiten – und die richtige Software.

Bereits in den vergangenen Lockdowns haben sich für Videokonferenzen drei Software-Suites etabliert: Zoom, Microsoft Teams und Google Meet. Egal für welche Software Sie sich entscheiden, im besten Fall können Sie mit allen umgehen, denn Sie wissen nicht, wie Ihre Kunden und Geschäftspartner bevorzugt kommunizieren.

Microsoft Teams

Microsoft Teams ist weit mehr als „nur“ eine Video-Chat-Software, sondern eine Kollaborationsplattform für digitale Teams. Sie können die App auch für virtuelle Meetings mit Video-Chat nutzen, sowohl am Desktop als auch auf mobilen Endgeräten. Darüber hinaus können Sie gemeinsam mit Ihrem Team an Dokumenten arbeiten, Chat-Foren einrichten und andere Produkte von Microsoft 365 wie Outlook oder SharePoint sind ebenfalls integriert.

Die Kommunikation über MS Teams ist verschlüsselt, was hinsichtlich der Einhaltungen von Compliance-Richtlinien wichtig ist. Man kann die App auch im Browser benutzen, das heißt, Ihre externen Gesprächspartner müssen MS Teams nicht lokal installieren, um an Videokonferenzen teilzunehmen. Andere Teilnehmer brauchen nicht mal ein Microsoft-Konto, sondern Sie können Ihre Gesprächspartner einfach als Gast zur Konversation hinzufügen.

Zoom

Zoom ist vor allem seit Beginn der Corona-Krise eine international beliebte Video-Chat-Software geworden. Genauso wie MS Teams bietet auch Zoom Video-Chat-Funktionalitäten, Chats, File Sharing und Screen Sharing – für Desktop und Mobile. Im Gegensatz zu MS Teams ist die Benutzeroberfläche insbesondere in den Video-Konferenzen übersichtlicher gestaltet und einfacher zu bedienen. Dafür hat Zoom weniger Kollaborationsmöglichkeiten. Zoom können Sie ebenfalls im Browser nutzen.

Bezüglich der Datensicherheit wurde Zoom in der Vergangenheit mehrfach für Sicherheitsschwachstellen kritisiert. Außerdem teilte Zoom Daten mit Drittparteien wie Facebook, auch wenn sie laut eigener Aussage davon heute absehen.

Zoom bietet eine kostenlose Variante mit abgespeckten Funktionalitäten an. Dabei ist die Dauer der Videokonferenzen allerdings auf maximal 40 Minuten begrenzt. Professionelle Nutzer benötigen also schon alleine deshalb die bezahlte Variante, um peinliche Momente in Kundengesprächen zu vermeiden. Preise für die Vollversion beginnen bei ca. 140 Euro pro Jahr und die umfangreichste Version kostet 326 Euro pro Jahr.

Google Meet

Google Meet ist die Video-Call App der Google G Suite. Wie Teams und Zoom können Sie auch Google Meet sowohl am Desktop als auch auf mobilen Geräten verwenden. Die Benutzeroberfläche ist übersichtlich gestaltet und einfach zu bedienen, bietet im Vergleich zu Teams oder Zoom allerdings weniger Funktionalitäten.

Google Meet ist vor allem im Verbund mit den anderen Google Apps stark. Es gibt eine kostenlose Variante der G Suite und für einen Starter-Preis von 5 Euro pro Monat erhalten Sie Zugriff aufdie ganze Palette an Google Apps.

Fazit: Es kommt drauf an!

Zoom ist vor allem für Video-Konferenzen eine hervorragende Software, wären da nicht die Bedenken hinsichtlich Sicherheit und Datenschutz. Da die kostenlose Version auf 40 Minuten begrenzt ist, eignet sie sich für den Firmengebrauch nicht. Die kostenpflichtige Version liefert Ihnen zwar eine gute Videochat-Plattform, aber hinsichtlich der sonstigen Kollaborationsfunktionalitäten bekommen Sie sowohl bei Microsoft als auch bei Google mehr für weniger Geld.  

MS Teams ist vor allem für Unternehmen empfehlenswert, die bereits Microsoft 365 nutzen. In diesem Fall müssen Sie für Teams auch nicht extra bezahlen. Die Benutzeroberfläche ist zwar gewöhnungsbedürftig aber deutlich umfangreicher als bei Zoom. Sie können Zoom übrigens auch in MS Teams integrieren und somit die Stärken beider Plattformen nutzen - dann müssen Sie allerdings auch zwei Lizensen kaufen.

Auch Google Teams ist im Vergleich zum MS Teams Video-Chat bedienungsfreundlicher, und der Rest der Google Suite kann mit Microsoft 365 ebenfalls mithalten.

Als Fazit kann man also festhalten: Wer mit Google arbeitet, ist am besten mit Google Meets bedient – und wer im Microsoft Universum lebt, am besten mit MS Teams. Wer sowohl Google als auch Microsoft nutzt, kann sich zwischen der einfachen Bedienung (Google Meet) und umfangreichen Funktionen (MS Teams) entscheiden. Zoom kommt eigentlich nur als reine Video-Chat Software in Betracht. Wer umfangreichere Kollaborationsmöglichkeiten sucht, kommt hier zu kurz.