Mittelstandsanleihen zur Unternehmensfinanzierung – für wen lohnt sich das?

Mittelstandsanleihen lohnen sich erst ab einem Kapitalbedarf von mindestens drei bis fünf Millionen Euro. Für kleinere Unternehmen bleibt der Firmenkredit die bessere Wahl.

Früher waren vor allem große Unternehmen am Kapitalmarkt aktiv. Das hat sich in den letzten Jahren geändert, denn auch Mittelständler beschaffen sich heute Kapital über Anleiheemissionen. Die sogenannte Mittelstandsanleihe lohnt sich allerdings nur für größere Mittelständler, denn der Weg über den Kapitalmarkt ist mit Kosten und Aufwand verbunden.

Was ist eine Mittelstandsanleihe?

Wenn ein Unternehmen eine Anleihe ausgibt, kommt es zu einer klassischen Fremdfinanzierung des Unternehmens durch private Investoren. Der Investor stellt den Nennbetrag der Anleihe zur Verfügung und erhält dafür in der Regel entweder halbjährlich oder jährlich eine Zinszahlung. Der Nennbetrag der Anleihe wird nach Ablauf der Laufzeit zurückgezahlt - Laufzeiten betragen meist fünf bis sieben Jahre.

Damit sind eine Anleihe und ein Firmenkredit im Prinzip eigentlich gar nicht so unterschiedlich. Der Vorteil für das Unternehmen liegt bei der Anleihe vor allem in der relativ freien Ausgestaltung des Vertrages. Anders als bei einem Firmenkredit, ist das Unternehmen nicht an den Kreditvertrag einer Bank gebunden, sondern kann den Vertrag selbst aufsetzen.

Außerdem werden Anleihen üblicherweise ohne Sicherheiten ausgegeben. Im Gegensatz zu Aktien haben die Anleger auch keine Einfluss- oder Mitbestimmungsrechte im Unternehmen.

Hohe Kosten für die Anleiheemission

Die Emission einer Anleihe ist allerdings kein leichter Weg und mit hohen Kosten verbunden. Wer eine Anleihe ausgibt, braucht dafür zunächst oft die Genehmigung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Dafür muss man einen Anwalt beauftragen und einen ausführlichen Wertpapierprospekt aufstellen.

Darüber hinaus entstehen weitere Kosten für das Rating, das je nach Agentur zwischen 30.000 und 50.000 Euro kosten kann.

Die Platzierung der Anleihe erfolgt dann meist in Zusammenarbeit mit einer Investmentbank, natürlich gegen Platzierungsprovisionen. Man kann zwar auch auf die Bank verzichten, aber ohne sie geht meist wenig. Wer selbst emittiert, läuft Gefahr, dass die Anleihe nicht vollständig platziert wird.

Die Verzinsung einer Anleihe hängt letztendlich vom Rating und damit von der Bonität des Unternehmens ab. Derzeit kann man bei den meisten Mittelstandsanleihen mit einer Mindestverzinsung von 6 % p. a. rechnen. Damit sind sich nicht immer günstiger als Firmenkredite.

Und auch nach der Emission der Anleihe fallen Kosten an: So ist zum Beispiel die Veröffentlichung des Jahresabschlusses Pflicht und die Investoren wollen über Ereignisse im Unternehmen informiert werden - für besonders wichtige Informationen, wie beispielsweise Gesellschafterwechsel, besteht sogar eine Ad-hoc-Pflicht. Viele Unternehmen stellen deshalb eine Kommunikationsagentur an, die die Investor Relations Arbeit übernimmt.

Kapitalbedarf sollte mindestens drei Millionen Euro betragen

Aufgrund der Kosten und des Arbeitsaufwandes lohnen sich Unternehmensanleihen daher nur für größere Mittelständler, die einen hohen Kapitalbedarf haben. Sodass der Nutzen im Verhältnis zum anfallenden Aufwand steht, sollte die absolute Untergrenze mindestens drei bis fünf Millionen Euro betragen. Die übliche Größenordnung für eine Mittelstandsanleihe sind eher zehn bis fünfzehn Millionen Euro.

Für kleinere Unternehmen mit geringerem Kapitalbedarf bleiben Firmenkredite deshalb ganz klar die bessere Wahl. Dabei muss man sich nicht unbedingt mit der Bürokratie und den langen Wartezeiten der Hausbank abfinden. Heute gibt es Alternativen: Teylor bietet einen Firmenkredit innerhalb von nur 10 Minuten an. Füllen Sie einfach hier kurz das Antragsformular aus und Sie erhalten in nur wenigen Minuten kostenlos und unverbindlich Ihre Kreditkonditionen.